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WILLI KAPPICH
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Von Hans-Dieter Vötter  http://www.echo-online.de/freizeit/kunstkultur/musik/art641,592519

Packende Dialoge

Mit einem Konzert des ,,Dornbusch-Trios" wurde am Sonntag in Groß-Umstadt die fünfte Ausgabe der Reihe ,,Jazz Lounge" eröffnet. Die drei Jazzmusiker aus dem Frankfurter Umland spielen seit mehr als zehn Jahren zusammen und laden sich dazu immer wieder hochkarätige Gastsolisten ein. Diesmal war es die Vokalistin Stefanie Hoevel (,,The Voice of Body and Soul"), die kurzfristig für eine ursprünglich geplante, aber erkrankte Solistin einsprang. Dadurch wurde der Charakter der Veranstaltung wohl zufälliger und im besten Sinne improvisatorischer; eine Herausforderung, die insbesondere Jazzmusiker zu schätzen wissen.

Zum Einstieg variierte das ,,Dornbusch-Trio" eine komplexe Eigenkomposition des Pianisten Martin Weitzmann. An den Keyboards bewies dieser seine Meisterschaft und pendelte lässig zwischen den Klängen von Flügel und elektrischem Piano. Bekannt wurde er als Begleiter des Poeten und Kabarettisten Hanns Dieter Hüsch; 1987 erhielt er den Jazzpreis der Stadt Darmstadt. Kontrabassist Gerhard Bitter blickt auf eine lange Karriere beim Emil-Mangelsdorff-Quartett zurück. Seine Spezialität sind ausgedehnte Soli, die er gesanglich untermalt.

Dritter im Bunde ist der Schlagzeuger und Perkussionist Willi Kappich, ein Experte an den Tablas, einem Instrument der klassischen indischen Musik, die er jedoch gerne bei südamerikanischer Musik einsetzt. So entstand eine spontane, eigenwillige Variante des Bossa-Nova-Standards ,,The Girl from Ipanema" mit einem Tabla-Solo und packenden Dialogen der Sängerin mit ihren Partnern.

Später am Abend konnte Stefanie Hoevel ihre Klasse bei Jazz-Standards beweisen. Häufigen Zwischenbeifall ernteten ihre Scat-Einlagen über ,,On a clear Day" von Sarah Vaughan und ,,Don't know why" von Norah Jones. Ein Höhepunkt war auch ihre Interpretation von Clifford Browns Komposition ,,Joy Spring", in der sie sich lautmalerisch an dessen Trompetensolo annäherte.

Im zweiten Teil machte der Pianist bei ,,Nardis" keinen Hehl aus seiner Bewunderung für die späten Gruppen von Bill Evans. Im Kontrast dazu stellte Gerhard Bitter eine Blueskomposition vor, deren deutscher Text (,,Es führt über den Main eine Brücke aus Stein") von Stefanie Hoevel eindrucksvoll interpretiert wurde. Ihre enorm modulationsfähige Stimme stand auch bei den abschließenden Titeln im Mittelpunkt und machte diese ,,Jazz Lounge" im vollbesetzten kleinen Saal der Groß-Umstädter Stadthalle zum Erlebnis.

Stefanie Hoevel und das ,,Dornbusch-Trio" in der Stadthalle Groß-Umstadt 24.01.2010

Odenwälder Bote

Toller Auftakt zur Jazzlounge

Der Auftritt in Umstadt gehörte zu denen der lockeren Art, ganz entspannt fanden die Künstler nicht nur zusammen zu vielen hörenswerten Improvisationen, sondern auch einen schnellen Draht zum Publikum.

Dass Willi Kappich zehn Jahre lang intensiv die Tablas studiert hat, ließ sich ebenso wenig verleugnen wie seine Zeit mit Flamenco-Gruppen, mit afrikanischen, arabischen, türkischen sowie mit Jazzmusikern auf internationalen Festivals. Besonders sein Solo an dem eigentlich zur indischen Musik gehörenden Instrument beim südamerikanischen „Girl from Ipanema“ gelang mitreißend. 

Lauter Lieblingsstücke schien die großartige Stefanie Hoevel im Gepäck zu haben, etwa  „What a difference a day makes“ oder das 1964 berühmt gewordene, hier höchst anspruchsvoll auf ganz eigene Weise interpretierte „Girl from Ipanema“.

Fast ein Vierteljahrhundert lang war Gerhard Bitter Bassist des „Emil-Mangelsdorff-Quartetts“, für das er viele Kompositionen geschrieben und auf Tonträger produziert hat. Unverwechselbar seine melodischen Bass-Lines, die er mitsang. An den Keyboards überzeugte Martin Weitzmann, Jazzpreisträger der Stadt Darmstadt, mit seinen vielfältigen Soli. Höchste Ansprüche an die wandlungsfähige Sängerin stellte besonders das schwierige „Joy Spring“ von Clifford Brown. Mit ihrer sympathischen Ausstrahlung und natürlicher Leichtigkeit erntete Stefanie Hoevel viel Beifall für ihre Interpretationen von Norah Jones, Nina Simone oder Sarah Vaughan.

„Darmstädter Echo“ Hans-Dieter Vötter 23.1.2007

Bossa nova begeistert

Jazzlounge: Juliana da Silva bringt brasilianische Töne ins Dornbusch- Jazz-Trio

Sie  beherrscht vorbildlich die Gesangstechnik des Bossa nova, der aus der  Verschmelzung der brasilianischen Samba mit Cool Jazz entstand.

Zu den wichtigsten Wegbereitern des Stils gehört der Pianist und  Komponist Antonio Carlos Jobim, dessen „Chega do Saudade“ zu den  Auslösern der Neuen Welle gerechnet wird. Juliana da Silva  unterstrich in ihrer Interpretation dieser Komposition die  Charakteristika des Bossa nova. Mit ihrer warmen, rauchigen Stimme  betonte sie die reizvoll verschleppte Akzentuierung der Melodik, und  sie befand sich auch bei Melodien aus Musicals oder in Chansons auf  vertrautem Gelände. Die entspannt vorgetragenen portugiesischen Texte  sind von eigentümlichem Charme und begeisterten das Publikum.

Für Abwechslung sorgte Willi Kappich, ein Experte auf den Tablas, im  Duett mit der Sängerin, und einem fulminanten Solo auf den  orientalischen Trommeln.

Gerhard Bitter, bekannt durch sein  langjähriges Engagement beim Emil-Mangelsdorff-Quartet, glänzte am  Kontrabass durch Solopassagen mit Gesang. Pianist Martin Weitzmann  überzeugte als sensibler Begleiter und Improvisator über Jazz- Standards, die im zweiten Teil des Konzertes häufiger auftauchten. Am  Ende des unterhaltsamen Programms erklang als Zugabe die Bossa-Nova- Hymne „The Girl from Ipanema“ in englisch und portugiesisch.MySpace

DORNBUSCH JAZZ-TRIO mit JULIANA DA SILVA - Brasil Jazz

Gäste: Harry Petersen, Wilson de Olivera, Stefanie Hoevel, Karmen Mikovic

Musik
Video
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Das Dornbusch Jazz Trio entstand im Jahre 1999 im Rahmen privater Sessions mit Musikern der Frankfurter Jazzszene. Während ihrer Zusammenarbeit haben Martin Weitzmann, Gerhard Bitter und Willi Kappich ein sehr homogenes und harmonisches musikalisches Konzept entwickelt. Die Wurzeln der Formation liegen im klassischen Modern Jazz. Stilelemente aus Swing, Bebop, Cool-Jazz, Hardbop, Rock- und nicht zuletzt Latin-Jazz beeinflussen ihre Musik. Bekannte Jazz-Standards sowie Eigenkompositionen werden individuell interpretiert. Seit einiger Zeit arbeitet das Dornbusch Trio sehr erfolgreich mit der aus São Paulo/Brasilien stammenden Sängerin Juliana da Silva zusammen. Der Einfluss ihrer warmen rauchigen Stimme erweitert die Musik des Trios um das typische brasilianische Flair: eine Mischung aus Rhythmen, Temperament und schönen Melodien.

PRESSE:

Juliana da Silva - Voice

geboren in São Paulo/Brasilien, lebt seit 1990 in Deutschland. Die Wahlfrankfurterin ist oft in Deutschland unterwegs: mit der Band „Beija Brasil“ aus Stuttgart und dem Würzburger Trio „Juliana Canta“. Sie hat in verschiedenen Projekten mitgewirkt wie z. B.: "Lumberjack Big Band", "B.O.K. Big Band", "Musikkorps Karlsruhe" und als Special Guest bei der neusten CD von "Oscar Ferreira".


Martin Weitzmann - Piano

nach einem klassischen Klavierstudium am Wiesbadener Konservatorium wurde er auf mehreren Jazz-Workshops von Rainer Brüninghaus, George Gruntz u.a. unterrichtet. Seit 1974 spielt er in unterschiedlichen Jazzformationen im Rhein-Main-Gebiet. Als Kontrabassist hatte er ein eigenes Quartett. Er war Mitglied mehrerer Jazz Big Bands und begleitete "Hanns-Dieter Hüsch" auf seinen Veranstaltungstourneen. Mit dem „Frank Runhof Quintett“ gewann er 1987 den Jazzpreis der Stadt Darmstadt.


Gerhard Bitter - Kontrabass

Auftritte mit international bekannten Jazzmusikern auf zahlreichen Festivals und Jazzclubs im In- und Ausland. Jazz & Lyrik-Projekte mit den Schauspielern Edgar M. Böhlke und Sebastian Norden. Fast 25 Jahre war er Bassist des „Emil-Mangelsdorff-Quartetts“, für das er viele Kompositionen geschrieben und auf Tonträger produziert hat. Unverwechselbar seine melodischen Bass-Lines, die er mitsingt.


Willi Kappich - Drums, Tablas, Cajon, Percussion

An der Musikhochschule Frankfurt a.M. studierte er Schlagzeug mit Schwerpunkt „Neue Musik“. Es folgte ein 10-jähriges Studium der Tablas bei Trilok Gurtu, dem internationalen Top-Percussionisten. Aber auch seine Kenntnisse der brasilianischen, der kubanischen und der afrikanischen Musik baute er weiter aus, mit dem Ziel deren Stilelemente mit den altbekannten europäischen Klängen zu verbinden und neue Wege in der Musik zu beschreiten. Heute ist Willi Kappich einer der wenigen europäischen Musiker, die solche profunden Kenntnissen und Fähigkeiten, insbesondere auf dem Gebiet der indischen Musik, vorweisen können. Das enorme Klangspektrum der unterschiedlichen Instrumente und sein umfangreiches Wissen bringt er kreativ in verschiedenen Bands ein. Dabei zeigt er eine außerordentliche Sensibilität im Zusammenspiel mit Musikern verschiedener musikalischer und kultureller Herkunft. Sein feines Gespür für Klangfusionen bereicherte u. a. die Auftritte von Orexis, dem Frankfurter Kurorchester, Heinz Sauer, Lewis Porter und Bob Degen. Er spielte in Flamenco-Gruppen, mit afrikanischen, arabischen, türkischen und mit Jazzmusikern auf internationalen Festivals . Tourneen führten ihn nach Südostasien, China, New York und in die Türkei.

Zahlreiche Rundfunk-, TV-Mitschnitte und CDs.